Donnerstag, 21. März 2013

Gedanken zu meinem letzten Post ...


Erst einmal danke ich all denjenigen von euch, die mir zu meinem letzten Post ihre ehrliche Meinung und ihre Gedanken geschrieben haben!

Jetzt habe ich eine ganze Weile mit mir "gekämpft" und überlegt, ob ich Folgendes schreibe oder nicht. Ich möchte es aber trotzdem tun:

Eigentlich wollte ich den Hinweis auf den heutigen Welt-Down-Syndrom-Tag "einfach nur" so stehen lassen, doch durch eure ehrlichen Kommentare lasse ich mich wahrscheinlich das einzige Mal dazu hinreißen, auf meinem Blog einmal sehr privat und mit meiner eigenen Meinung zu einem doch recht brisanten Thema aus dem Fenster zu lehnen, was ich ja ansonsten im I-net eher versuche, zu vermeiden (vor allem weil ich auch weiß, dass ich mich dabei in "Rage" diskutieren kann ;) ).

Warum ich das Bild und den Link zu Soneas Blog gesetzt habe, liegt nicht einzig nur daran, dass ich Sonea süß finde und ihren Blog sehr, sehr mag, dass ich ihr Lächeln herzerfrischend und die Geschichten, die ihre Mutter auf ihrem Blog erzählt, einfach wunderbar finde. :)
Nein - mir liegt noch aus einem anderen Grund sehr viel daran, auf Menschen mit Behinderung aufmerksam zu machen: Die Tendenzen, in die sich die "ethischen" Diskussionen der Gegenwart und die pränatalen Diagnoseinstrumente entwickeln, finde ich sehr erschreckend.

Eins sei aber vorab klargestellt: Ich möchte niemanden für seine Entscheidung gegen ein Kind verurteilen - soetwas steht mir gar nicht zu!! Ich kenne die Beweggründe und die Biografien, die hinter so einer Entscheidung stehen, nicht!
Ich möchte lediglich ebenfalls ein kleines Stückchen zum Nachdenken anregen:

Wenn ich davon lese, dass in 95% der pränatalen Diagnosefälle ein Kind mit Down-Syndrom abgetrieben wird, dass Eltern mit einem solchen Kind auf der Straße heute Äußerungen ertragen müssen, wie: "So ein Kind muss man doch heute gar nicht mehr bekommen!" (selbst erlebt!) frage ich mich ehrlich:
Steht bei einer Pränataldiagnostik, wie z.B. der Nackenfaltenmessung, immer das Glück oder der Lebenswert des ungeborenen Kindes im Vordergrund oder geht es nicht eher um das Glück der Eltern, ein gesundes, süßes Kind auf die Welt zu bringen, ohne "Ecken und Kanten" - vor allem ohne in der Gesellschaft anzuecken?


Was ist überhaupt Glück? Was macht ein Leben lebenswert?


Dürfen wir als Menschen (ohne Behinderung) das Glück eines Menschen mit Behinderung überhaupt an unseren Maßstäben messen?
Ist Glück tatsächlich, zielstrebig die Schule zu absolvieren, um später ein eigenständiges (Berufs-)Leben zu führen, (viel) Geld zu verdienen, Kinder zu bekommen, zu heiraten, alt zu werden?
(Wobei gesagt werden muss, dass es durchaus Menschen mit Down-Syndrom gibt, die arbeiten können/dürfen. Man denke z.B. an Projekte wie dieses.)

Nein, ich habe kein Kind mit Down-Syndrom!
Aber ich habe ein Jahr lang in einer Einrichtung für Kinder mit geistiger Behinderung gearbeitet, danach sog. "Förderpädagogik" studiert, Kinder mit Behinderung auf Freizeiten und Klassenfahrten als Betreuerin begleitet und in meiner Freizeit einen Jungen mit Autismus und einen Jungen mit schwerer geistiger Behinderung und epileptischen Anfällen betreut. Ich habe es sehr gern getan!
Ich habe Kinder kennengelernt, die nicht hören, nicht sehen, nicht sprechen konnten, Kinder die nur in einem speziellen Bett liegen konnten, weil jede Bewegung und jeder falsche Handgriff zu einem Knochenbruch führen konnte, Kinder die sich aufgrund einer Stoffwechselerkrankung rückwärts entwickelten, um dann im Alter von 14 Jahren zu sterben, Kinder die sich selbst verletzten, indem sie z.B. bei abweichenden Tagesabläufen ihre Haut an den Fingern bis auf die Knochen aufbissen...
Ich habe im Studium (theoretisch) vieles kennengelernt, auch die sog. "Trauerspirale", in die betroffene Eltern wohl (für gewöhnlich? oft? meistens?) geraten, die Betroffenheit, die Angst, die Zweifel ...

Auch wenn das bei Weitem nicht das Gleiche ist, wie die Tatsache, Mutter eines Kindes mit einer Behinderung zu sein, so kann ich doch behaupten, ich habe das Glück/die (Lebens-)Freude dieser Kinder erlebt.
Das konnte die riesige Freude über einen Schlager von Heino im Radio sein, der Besuch eines ehemaligen Zivis, die Feier eines Geburtstages - ganz "normale" Sachen eben ... Freude gab es aber auch über Licht- und Schattenspiele, über Wassertropfen im Sonnenlicht, über aufgewirbelten Staub, der sich ganz langsam und leise wieder senkte, Geräusche, Farben, Details - Dinge, die ich erst durch diese Kinder gesehen habe ...
Und das Schönste: Hat man einmal das Herz eines "solchen" Kindes erobert, hat man grenzenlose Zuneigung erfahren! Glück und Freude pur - für beide Seiten!

Ich finde es einfach wunderbar, dass es Menschen wie Sonea gibt und dass es Eltern gibt, die sich bewusst oder unbewusst für diese, ihre Kinder entscheiden!

Deshalb dieser Link  :)

Kommentare:

  1. Hihi,
    jetzt MUSS ich doch auch mal etwas dazu schreiben.
    Zuerst: Ich finde es auch wunderbar :-)

    Bei meiner zweiten Schwangerschaft stand die Diagnose Down-Syndrom im Raum, es wurde sogar von einer Wahrscheinlichkeit von 60 % gesprochen und das alles nur aufgrund einer (von uns nicht zugestimmten) Nackenfaltenuntersuchung.

    Wir haben nichts weiter testen lassen (und die Nackenfalte war bombastisch groß)und uns für dieses Kind entschieden. Die Schwangerschaft war nicht leicht und aus Erfahrung kann ich sagen: Es gibt unglaubliche Kommentare und, man kann sich in keiner Weise auf ein Kind mit Behinderung vorbereiten.

    UND und das ist das WICHTIGSTE: Wir haben einen total gesunden Jungen, ein bisschen zu frech vielleicht *lach*

    Nach dem Willen einiger wäre er jetzt nicht da und DAS finde ich SOOOOOO SCHLIMM und es macht mich SOOOOO WÜTEND!!!

    Wer sind wir, dass wir meinen, einfach so über Leben oder nicht Leben entscheiden?

    So, das musste jetzt einfach mal raus!

    Herzlichst,
    Tessa

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. bei mir war es GANZ GENAU SO! könnte mich über meinen Arzt heute noch ärgern----

      Löschen
  2. jap wunderbar geschrieben!

    sei lieb gegrüßt
    Anja

    AntwortenLöschen
  3. Ich unterschreibe deine "Meinung" dazu voll und ganz!!
    Und vielen Dank, dass du mich auf diesen tollen Blog aufmerksam gemacht hast. Den kannte ich noch gar nicht! Wird direkt abonniert :-)

    Liebe Grüße!
    Danni

    AntwortenLöschen
  4. Danke...genau meine Gedanken!
    Liebe Grüße
    Tina

    AntwortenLöschen
  5. Ja!! Ein schwieriges Thema..aber du hast es gut in Worte gefasst!Liebe Grüße Tanja

    AntwortenLöschen
  6. Danke, das hast du gut schrieben!

    LG,
    Britta

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Aenni! Das hast Du gut geschrieben. Eine Bekannte von mir hat einen schwerstbehinderten Jungen und meinte dazu mal, für sie sind Kinder mit Down-syndrom ganz normale Kinder. Sie können laufen, sich mitteilen, lachen, fröhlich sein. Ihr Kind kann das alles leider nicht.
    Wenn Du magst, schau kurz auf meinen Blog, ich stell Euch da heute ganz besondere Zwillinge vor.

    http://ilovejajujo.blogspot.co.at/2013/03/ganz-besondere-zwillinge.html

    Alles Liebe, Carmen

    AntwortenLöschen
  8. Sehr schön geschrieben, ich hab fast ein Tränchen verdrückt
    und ganz ganz ehrlich du wirst mir immer immer sympathischer! *drück*
    Alles Liebe
    Anna

    AntwortenLöschen
  9. Gut geschrieben aennie und Tessa (Pünktchen von Königskind), danke für Dein offenes Kommentar!

    Grüssli Melli

    AntwortenLöschen
  10. Vielen Dank für deine tollen Worte. Du hast mir aus dem Herzen geschrieben. Auch ich habe kein Kind mit Down Syndrom aber auch durch meine Arbeit -Sozialarbeit- mit so manchen außergewöhnlichen Menschen zu tun. Es ist wundervoll Einblicke in ihre Welt zu bekommen und die Eltern, mit denen ich zu tun hatte, kann ich stolz behaupten, jeder von denen liebt sein Kind abgöttisch und möchte es nimmer missen- ich übrigens auch ich!
    Egal was auch immer ein Kind haben KÖNNTE- oft reicht ja schon diese könnte damit sich gegen ihn entschieden wird..., ich glaube es ist nicht unser Recht über Leben und Tod entscheiden zu dürfen.
    Seit der 20.Schwangerschaftswoche hat sich meine Tochter damals nicht mehr -NORM- gemäß entwickelt. Damals war ich leider nicht selbstbewusst genug um mich gegen weiterführende Untersuchungen zu entscheiden- ich bekam Medikamente damit sie wächst, wurđe viel überwacht aber es stand nie für uns im Raum uns gegen sie zu entscheiden. Ich liebe sie so wie sie ist. Auch wenn sie noch immer die kleinste und dünnste ist. Auch wenn sie durch den Herzfehler nicht die normale Leistung zeigen kann, auch wenn wir mehr Tage bislang im Krankenhaus verbrachten als mancher Erwachsener, auch wenn wir hilflos sind in dem Momenten ihrer Anfälle. Wir lieben sie- genauso wie sie ist! Und sie liebt das Leben! Bei unseren Sohn haben wir uns bewusst gegen sämtliche weiterführenden Untersuchungen ausgesprochen. Mir ging es gut- wieso sollte es ihm schlecht gehen. Ich war nur zu den 3 Ultraschall bei gyn alles andere erledigte meine Hebi. Ich gebar ihn nicht im Krankenhaus und wir fühlten uns gut und sicher mit dieser Entscheidung.
    Meine 2 Kinder waren die besten Entscheidungen in meinen Leben.

    Liebe Grüße
    Tine

    AntwortenLöschen
  11. Liebe Aennie,

    zuerst einmal: Wunderbar hast du das geschrieben! Auch ich habe durch meinen Beruf und in meiner Familie viele Menschen mit einer Behinderung kennengelernt, tlw. auch sehr dramatische Fälle. Dennoch gibt es so viel Glück und Freude im Zusammeleben und Arbeiten mit gerade diesen MENSCHEN. Ich finde sie zeigen auf so wunderbare Art und Weise worauf es im Leben wirklich ankommt und wie viel Spaß und Freude gerade in den kleinen unscheinbaren Dingen liegen. Etwas was wir so oft vergessen und uns von ihnen abschauen können....

    Fühl Dich herzlichst gedrückt!
    Sonja

    AntwortenLöschen
  12. Liebe Aenni,

    ich danke Dir für Deine offenen, ehrlichen Worte. Da verspüre ich neben den Tränen, die ich unterdrücken muss, einfach nur den Wunsch Dich mal ganz fest (aber vorsichtig... das Bäuchlein) zu drücken. Ich weiß schon warum ich Dich so mag :o)

    Auch ich werde wohl morgen nochmal ein paar Zeilen zu meinem Post heute ergänzen.

    Aber eins sei gesagt... jeder darf seine Meinung frei äußern und ich würde auch niemals über jemanden urteilen, der sich dem Leben mit besonderem Kind nicht gewachsen fühlt. Aber anhand Tessas Geschichte sieht man, dass auch die Pränataldiagnostik nich 100%ig verlässlich ist (bei uns damals in umgekehrter Weise auch... zum Glück!) und vor allem, dass man als werdende Eltern viel zu schnell eine Entscheidung aufgedrückt bekommt, statt aufzuklären.

    Und, dass Menschen mit Down-Syndrom kein eigenständiges Leben führen können und nicht arbeiten können, ist schlichtweg falsch! An Kommentaren, wie diesen (ich finde es ja immer wieder interessant, dass spwas immer anonym, ohne Namen geschiet), sieht man mal wieder, dass es noch deutlich an Aufklärung fehlt.

    Und SOWAS, wie Sonea, wie all die wundervollen Menschen, die ich in den letzten vier Jahren kennenlernen durfte, brauchen wir heute UNBEDINGT!!

    So... und nun habe ich doch mehr geschrieben, als ich es eigentlich vor hatte.

    Ganz liebe Grüße
    Katharina

    AntwortenLöschen
  13. Liebe Aennie,
    ich bin heute auch aufmerksam geworden bei meiner Blogrunde auf Sonea's Seite! Ich habe mir gerade deinen vorherigen Post durchgelesen und finde toll, dass es Menschen gibt, die darauf aufmerksam machen. Natürlich verstehe auch ich die Meinung der Anderen. Jeder muss es mit seiner Lebenssituation und dem Umfeld vereinbaren können.
    Trotzdem teile ich deine Meinung, dass genau solche Menschen mit guter Förderung, viel Liebe und Kraft von den Eltern und ganz tollen ausgebildeten Kräften ein fast eigenes Leben führen können (kommt sicherlich auch Zusatzerkrankungen oder die Schwere an, ist mir schon klar).
    Auch ich habe das heute Mittag zum Anlass genommen und auf diesen besonderen Tag in einem extra Post in meinem Blog verwiesen. Denn ist leider wirklich nur zu oft so, dass es im näheren Umfeld oder auf der Straße Menschen gibt, die "darüber" die Nase rümpfen.
    Wir haben im Freundeskreis Eltern von behinderten Kindern. Das sind Kinder die zum Teil schon ganz arg schlimmes an OP's durchmachen mussten - und auch noch Schlimmes vor sich haben. Nein, ein Kind mit Down-Syndrom ist nicht dabei.
    Uff, nun ist mein Kommentar doch länger geworden als gewollt! Es soll sich auch bitte niemand angegriffen fühlen!
    Herzlichst
    Marion

    AntwortenLöschen
  14. Sehr gut geschriebener Post, der zum Nachdenken anregt und dies auch tun sollte.
    Danke.
    Viele Grüße
    Julia

    AntwortenLöschen
  15. Eigentlich ist dem nichts mehr hinzuzufügen. Du hast das so toll in Worte gefasst wie ich es nicht könnte. Wir haben uns damals bewusst gegen die entsprechenden Untersuchungen entschieden, denn was da wuchs, war unser Kind, Junge oder Mädchen, behindert oder gesund: egal. Unser Kind. Wir nehmen es so, wie es kommt und bestehen nicht auf einem durchoptimierten Lifestyle-Produkt.
    Ich sehe die Entwicklung der Pränatal-Diagnostik ebenfalls kritisch. Sie hat sicher ihre Vorteile aber ich muss manchmal an die Büchse der Pandora denken...
    Sei ganz herzlich gegrüßt und bedankt für diesen Post!

    AntwortenLöschen
  16. Liebe Aennie
    das hast Du wunderbar treffend beschrieben! Das sind genau meine Gedanken. Ich habe auch einige Jahre mit mehrfachbehinderten Kindern und Jugendlichen gearbeitet - und ich hatte nicht mal bei den schwersten Fällen (der Junge konnte wirklich nur noch steif daliegen, das einzige was er bewegen konnte waren die Augen!! Er war mit 3 Jahren als kerngesunder Junge in eine Regentonne gefallen!!! :( ) das Gefühl das dieses Leben nicht lebenswert wäre!! Denn auch diese Kinder konnten soviel Freude empfinden und ausdrücken - und allermeistens kannten sie ihr Leben ja nicht anders und fanden es somit auch in keinster Weise schlecht oder bemittleidenswert!

    Vielen Dank für die Erinnerung an diese besonderen Menschen!

    Liebe Grüße
    Verena

    AntwortenLöschen
  17. Sehr schön geschrieben und alles ist so wahr.

    Wir haben uns bei beiden Schwangerschaften auch gegen alle zusätzlichen Untersuchungen entschieden. Meine Kinder sind gesund. Als die Wahl des Kindergartens anstand, habe ich mich für einen integrativen Kindergarten entschieden. Und diese Entscheidung war genau richtig. Für Kinder gibt es keine Unterschiede, jeder kümmert sich um den anderen und alle passen aufeinander auf. Auch den Eltern ist die Freude immer anzumerken, das ihr Kind genauso dazugehört, wie jedes andere Kind auch und so akzeptiert wird wie es ist. Und genauso muß es sein.

    Liebe Grüße! Katrin

    AntwortenLöschen
  18. Ich finde Du hast es wunderbar geschrieben! Ganz liebe Grüße
    Johy

    AntwortenLöschen
  19. Da gebe ich doch auch noch meinen Senf dazu: ich habe seinerzeit bei den Schwangerschaften auf eine solche Untersuchung direkt verzichtet. Warum? Ich dachte, was, wenn die sagen, es hat Morbus Down? Wie soll ich das entscheiden? Ich kann doch mein Kind nicht töten, nur weil es anders ist. So habe ich es gelassen.
    Ich kenne viele Down- Kinder, und ich schreibe Kinder, denn sie bleiben ja immer irgendwie Kinder, und alle sind so positive Menschen. Nicht zuletzt, weil es Menschen gibt, die ihnen eine Chance gegeben haben. Ich ziehe den Hut vor Eltern, die diese Herausforderung annehmen und bin sicher, daß auch hier gilt: guten Menschen wird Gutes widerfahren.
    In diesem Sinne,
    Drücke ich dich und das "Äpfelchen"( so heißt dein Baby bis es da ist),
    deine Bine

    AntwortenLöschen
  20. Liebe Aennie,

    vielen Dank für deine Worte, die ich so unterschreiben mag! Auch wir haben bei beiden Kindern ganz bewusst gesagt, wir wollen keine PND. Es hätte ohnehin keine Konsequenzen gehabt, die Kinder sind unsere Kinder, egal wie sich alles entwickelt.

    Und vor allem: Wenn man eine Garantie will, legt man sich besser einen Toaster zu. Die meisten "Behinderungen" sind nämlich nicht angeboren, sondern eine Folge von Unfall oder Krankheit. Meine Große hat bei der Geburt einen Sauerstoffmangel erlitten und lag erst mal drei Tage lang in einem künstlichen Kältekoma. Wie durch ein Wunder hat ihr kleines Gehirn das alles vollkommen unbeschadet überstanden und sie ist heute ein rotzfreches, tolles Mädchen. Sie wäre aber auch mein perfektes tolles Mädchen, wenn es nicht so folgenlos gewesen wäre! An Tagen wie heute wird mir wieder bewusst, wie wunderbar es überhaupt ist, dass wir Kinder haben ...

    Alles Liebe
    Luci

    AntwortenLöschen
  21. Danke, dass du dich aus dem Fenster gehangen hast! Danke, dass du persönlich geworden und deine Meinung kundgetan hast! Und danke, dass du Partei ergreifst für das Recht auf Leben & Glück in jedweder Form.
    Ich finde es schön, mehr über dich erfahren zu haben.
    Herzlichst
    Astrid

    AntwortenLöschen
  22. Ich finde die Einstellung sehr gut.
    Schlimm finde ich, dass man heutzutage oft mehr oder weniger gezwungen wird, sich zu rechtfertigen...

    Ich habe mich auch in meiner dritten Schwangerschaft bewusst gegen diese Extra-Untersuchungen entschieden, lediglich
    die Feindiagnostik wurde noch gemacht, da ich als "Risikoschwangere" eine Überweisung bekam.

    Bei einer Freundin, die 19 Wochen weiter war als ich, wurde ähnlich wie Pünktchen von KÖNIGkind ungewollt eine Nackenfaltemessung gemacht. Dort und in aufgrund des Ergebnisses (ärztlich) veranlassten Folgeuntersuchungen wurde auf ein sehr hohes Risiko für das Down-Syndrom verwiesen. Der Junge ist übrigens auch gesund, entwickelt sich zwar an manchen Stellen langsamer als die Tabellen der Ärzte es "vorschreiben", dafür ist er an anderen Stellen weiter.
    Und welches Kind entwickelt sich schon nach Plan?

    Diese Untersuchungen verunsichern einen doch nur... Wir wurden doch auch alle ohne solche Unterschungen auf die Welt gebracht. Und unsere Mütter waren bestimmt etwas weniger verunsichert als wir...

    Ich vertrete ja die Meinung - das darf gerne jeder anders sehen - dass alles was in der Schwangerschaft nicht entdeckt wird, eben so sein soll.


    AntwortenLöschen
  23. Das grösste Problem an der Pränatalen Diagnostik ist,
    dass immer das Bid vermittelt wird, wenn man nur alles macht, was moeglich ist,
    hat man die Garantie auf ein gesundes Kind.
    Und das ist einfach totaler Quatsch.
    Auch mit prenataler Diagnostik kann nur ein Bruchteil aller Erkrankungen ueberhaupt erkannt werden.

    Und dann werden Frauen und Paare oft genug mit Diagnosen alleine gelassen und nicht einfühlsam weiter begleitet bei dem, was dann auf sie zu kommt.

    Mir ist übrigens von einer Frauenärztin (!) auch gesagt wurden, in der 12. SSW würde dann der Feinultraschall anstehen, denn "es sei ja heutzutage nicht mehr nötig, "so etwas" zu bekommen". Leider haben mir da vor Entsetzen und Empörung mal wieder die Worte gefehlt. Ob man behindert ist oder nicht, darauf hat man keinen Einfluss. Darauf, ob man ein Arschloch ist oder nicht, schon.



    AntwortenLöschen
  24. Hab jetzt eine Gänsehaut. Schön geschrieben. Unterschreib ich voll!
    lg Sonja

    AntwortenLöschen
  25. Liebe Aennie, danke für deine klaren Worte und den Mut dich aus dem Fenster zu lehnen! Ich habe bei allen meinen Kindern auf diese Art der Diagnostik verzichtet. Dein Statement unterschreibe ich. Liebe Grüße und alles Gute für Dich und Deinen Bauchzwerg von Nicole

    AntwortenLöschen
  26. Liebe Aennie,
    auch ich muss Dir für Deine beiden Posts danken, sie haben mich zum Nachdenken gebracht.
    Danke dafür.
    Liebe Grüße, Katharina

    AntwortenLöschen
  27. Danke für den Mut private Worte hier zu schreiben.
    Es ist schön, dass es Mitmenschen gibt, die einem Freudentränen schenken.
    herzliche Grüsse
    Elisabeth

    AntwortenLöschen
  28. Da schließe ich mich gleich an. Lieben Dank für deine Posts! Und zum Thema eigenständiges Leben kann ich nur von meiner Metro-Fahrt heute Morgen berichten: Da stieg an einer Station eine junge Frau ein, die augenscheinlich "besonders" war, sie war aber super schick gekleidet, wie alle anderen Pariserinnen, hatte das gleiche Longchamp-Handtäschchen wie so viele Pariserinnen, fuhr alleine Metro und hat völlig "normal" mit den Mitfahrern agiert und mir ein wunderbares Lächeln zugeworfen, als ich ausgestiegen bin. Das macht gute Laune und ich finde es gleichzeitig toll, dass man so noch nebenbei "lernt", dass Menschen mit Down-Syndrom genauso selbstständig morgens mit der Metro zur Arbeit fahren können, wie alle bzw. die meisten anderen auch. :-)

    Alles Liebe für dich und dein Kugelwunder,
    Steffi

    AntwortenLöschen
  29. Das hast du so toll geschrieben, dass dem eigentlich nichts hinzuzufügen ist!
    Hut ab vor deinen klugen, emotionalen Worten!
    LG von Jessica

    AntwortenLöschen
  30. Hallo Aenni,
    Ich schreibe weiter im Englisch, den das ist leichter für mich. When my boy was about 3 years old, it became clear that he was different from most of the other childeren his age. When we heard he was autistic, my world nearly broke apart. For me, the diagnosis was the begining of a journey to the key of life. And there I found what really is important: unconditional love. My son has brought that to me. There's no greater gift imaginable. My life has become so much lighter and I am so very happy nowadays. And so greatful for people like you, who help chidren like Pelle, love and respect them. Dank.

    AntwortenLöschen

Ganz herzlichen Dank dafür, dass du dir Zeit nimmst, um mir hier eine Nachricht zu hinterlassen!
Ich freue mich sehr darüber und schicke liebe Grüße
aennie