Montag, 21. Dezember 2015

Mutter kopiert Sohn!


Jedes Jahr kommt Weihnachten irgendwie so plötzlich. Und spätestens Ende November stehen mir die Nackenhaare zu Berge, wenn mir mal wieder Nichts einfallen will, was ich den Lieben schenken soll, aber doch gern möchte.
Telefonate mit der Frage: "Was kann ich dir denn schenken?" finde ich total doof. Diverse Internetshops und reale Läden in der Stadt zu durchforsten, um grandiose Eingebungen zu erhalten, lag mir aber ebenfalls noch nie.
Doch das Selbermachen erschöpft sich auf Dauer auch irgendwie: Der eine will sowiese nichts Selbstgemachtes von mir, der andere freut sich zwar darüber, nutzt es aber nicht, die andere hat schon diverse selbstgemachte Dinge in unendlich vielen Ausführungen erhalten, nur bei einem Pärchen fällt mir dank kleiner Kinder doch promt immer wieder etwas ein (s. die letzten beiden Posts).
Was soll man also tun?
Ich habe zumindest für die genäht und gestrickt, die es auch wirklich mögen und bei denen ich mir geschmackstechnisch relativ sicher bin. Einer geht momentan (noch) leer aus (dieser Eine ist aber auch ein ganz schwerer Fall!), der andere bekommt genau das, was er sich wünscht, nämlich was Gekauftes (nennt sich "mein Ehemann" und ist, genau wie ich, ein total unromantischer Typ in dieser Beziehung).

Meine Mutter aber hatte zu meiner großen Freude einen konkreten Selbstgemacht-Wunsch: ein kleines Schlampermäppchen. Doch, oh je ... das wünscht sie sich fast jedes Jahr und alle erdenklichen Formen, Farben und Arten sind abgegrast (Was macht sie wohl damit?).
Zudem wollte ich in diesem Jahr auch der Zeichenkursleiterin meines Sohnes – eine Künstlerin – eine kleine Freude bereiten, da mein Sohn in ihrem Kurs unglaublich viel lernt, unglaublich tolle Bilder zeichnet und er sie zudem sehr mag.

Kurzer Hand habe ich beides zusammengeschmissen und der einen ein Enkelerinnerungs-, der anderen ein Schülererinnerungsmäppchen genäht bzw. genähmalt, mit Szenen aus einem meiner Lieblingsbilder meines Sohnes, das im November im Zeichenkurs zum Thema "Surrealismus" entstand.







Mein Sohn hätte sicher auch selbst auf Stoff zeichnen können, doch ich wollte erstens selbst etwas schenken (mein Sohn hat nämlich eigene Bilder für die Damen gezeichnet), zweitens ein Bild, das auch wirklich im Kurs entstanden ist, nutzen und drittens mit dieser Arbeit das Talent meines Sohnes würdigen.
Und ich war so unglaublich stolz, ihm die fertigen Taschen zu zeigen und habe mich so, so sehr gefreut, dass er sofort erkannt hat, aus welchem Bild ich die Szenen entnommen habe. Kurzum: Er ist mit der Umsetzung einverstanden.




Mäppchen für meine Mutter








Mäppchen für die Zeichenlehrerin









Die Täschchen sind nur vorn aus naturfarbenem Segeltuch, der Rest ist jeweils aus dunkelgrauem Köper. Ich wollte nämlich nur die Vorderseite gern wie eine Leinwand gestalten. Das Bild habe ich dann nachträglich mit Stoffmalfarbe coloriert.
(Die oberen Taschenecken beachten wir jetzt kollegtiv mal nicht! Die dicken Stoffschichten haben mir die akurate Eckenarbeit trotz diverser Tricks leider total unmöglich gemacht.)

Das eine Täschchen hat seinen Weg zur neuen Besitzerin bereits gefunden, was meine Mutter an Weihnachten dazu sagen wird, steht noch aus :)
Und was ich im kommenden Jahr verschenke, das überlege ich mir vielleicht dann doch schon mal etwas eher ... vielleicht :)



Da ich sicherlich vor Weihnachten nicht mehr zum Werkeln und Bloggen komme, wünsche ich euch allen schon einmal frohe und besinnliche Weihnachten im Kreise eurer Lieben!

Ganz liebe Grüße von

aennie




Kommentare:

  1. Das ist einfach genial und richtig toll genähmalt. Da steckt ganz sicher unglaublich viel Aufwand dahinter. Respekt. Ich bin hin und weg. 😆

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  2. Ach Aennie, die sind grandios und würden mir als Kunstlehrerin wie als Oma gefallen. Und mit dem rechtzeitigen Anfangen stressen wir uns mal nicht: Ich muss morgen noch einen Mantel nähen...
    GLG
    Astrid

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  3. Wow! Richtig mega cool!!! Wie überträgst Du das Bild denn auf den Stoff?
    Liebe Grüße und ebenfalls schöne Weihnachten :)

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    1. Dankeschön :) ich hab es erst auf Stickvlies übertragen und dann nachgestickt
      ;)

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  4. Eine hinreißende Idee! Mal wieder eine einschlagende Idee von dir! Ganz zauberhaft!!!
    Liebe Grüße und ein schönes Fest dir und deiner Familie!
    Sylvie

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  5. Wahnsinn, du steckst immer wieder so viel Liebe in deine Werke. Einfach super schön geworden. Ich wünsche euch auch frohe und gesegnete Weihnachten.
    Lg Sternie

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  6. Großartig. So ein tolles Geschenk! Hast Du mit der normalen Nähmaschine gestickmalt? Wenn ja, welches Garn und Nadel und Stich? Muss ich mal ausprobieren...LG und Dir auch schöne Weihnachten!

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  7. Ich bin absolut beeindruckt, sowohl von den Zeichenkünsten Deines Sohnes als auch von Deinen Stickkünsten! Großartige Geschenke!
    Liebe Grüße, Steffi

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  8. Einfach wunderschön!!! Zwei Talente in einem Werk. Deine Ideen sind grandios, so wie das Talent deines Sohnes.
    Ich wünsche dir und deiner Familie auch ein wunderschönes Weihnachtsfest.
    Beste Grüße
    NEstHerZ

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  9. Hallo, ich finde deine Sachen toll. Handwerklich bist du mein Vorbild, so perfekt mache ich das nicht... Du schreibst, dass du stickvlies genommen hast! Das zum wegreißen oder das zum aufbügeln und wegwaschen? Ichhabe eine Gardine mit Zeichnungen meiner Tochter gemacht und er wird stetig ergänzt. Hast du auch schon mal mit einem Stickrahmen gearbeitet?
    Liebe Grüße, Christiane

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    1. Liebe Christiane,
      Dankeschön :) ich habe hier ausreißbares Stickvlies verwendet, wobei das auswaschbare aber wesentlich einfacher gewesen wäre. Einen Stickrahmen habe ich noch nie gebraucht, weil ich ihn nicht für notwendig halte.
      Liebe Grüße aennie

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  10. Ich sag's doch immer wieder!
    Du bist einfach eine Zauberin!!!
    Ganz liebe Weihnachtsgrüße
    Yvonne

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  11. erst jetzt hab ich mal wieder in deinem Blog gestöbert. WOW ihr seid beide unglaubliche Ausnahmetalente, so so so toll <3

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Ganz herzlichen Dank dafür, dass du dir Zeit nimmst, um mir hier eine Nachricht zu hinterlassen!
Ich freue mich sehr darüber und schicke liebe Grüße
aennie